Paris - Stadt der (Nächsten-) Liebe
Besinnungstage in Paris

Am 01.10.2011 um 7h30 hieß es für 11 Personen aus dem Bistum Trier "Aufbruch nach Paris". In Kooperation mit dem Caritasverband Saar-Hochwald veranstaltete die Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Dillingen Besinnungstage in der Stadt der (Nächsten-) Liebe.

Für acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie das Leitungsteam ging es los in eine bekannte und gleichzeitig auch unbekannte Stadt. Am Saarbrücker Hauptbahnhof trafen sich die Männer und Frauen zwischen 18 und 53 Jahren aus sehr verschiedenen Lebenswelten. Drei Teilnehmerinnen haben ihre Kindheit in Kasachstan verbracht, ein Teilnehmer in Russland, eine Teilnehmerin war Französin.

Ebenso unterschiedlich waren auch die religiösen Vorerfahrungen. Allen gemeinsam war die Vorfreude auf Paris, auf neue Erfahrungen, auf Gemeinschaft.

Unser Ziel war die Gemeinschaft der Kleinen Schwestern vom Evangelium: Drei Ordensschwestern, die nach der Regel Charles de Foucaulds in Pierrefitte im Großraum Paris leben und ihr Haus und Leben für sechs Tage mit uns teilten.

Inhaltlich waren die Tage geprägt von der Auseinandersetzung mit Charles de Foucauld, der eine längere und bedeutende Zeit seines Lebens in Paris verbrachte. Auf seinen Spuren waren wir in der Stadt unterwegs: In der Begegnung mit Obdachlosen, im Besuch der Kirchen und Plätze, an denen er gebetet und gelebt hat, in den stillen Zeiten und der Vesper in der Kirche Sacre Coeur, die auch für ihn von großer Bedeutung war.


Charles de Foucauld ging es immer um die Beziehung zu Jesus und zu den Ärmsten. Er sagte von sich, kein anderes Wort habe ihn so geprägt wie der Satz Jesu: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan".

Und so haben auch wir uns im Erkunden der Stadt insbesondere mit unserem Blick auf Menschen beschäftigt, deren Leben von Armut, Wohnungslosigkeit, Prostitution und Ausgrenzung geprägt ist.

Und wir haben Menschen entdeckt, die mit uns zur großen Menschheitsfamilie gehören und die als Person unendlich mehr sind, als ihre Arbeit, ihr sozialer Status oder ihre Lebensweise.

In den Gesprächen mit den Kleinen Schwestern haben wir "Mensch-Sein vor Gott" in einer ganz neuen Definition erlebt.


In der Abschlussreflexion haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überlegt, was sich für sie verändert hat und wie sie ihre wichtigsten, neuen Erfahrungen in ihrem Alltag umsetzen können. Sie haben eine Idee davon bekommen, was es für sie und ihr Leben heißen kann, Gott im Alltag zu entdecken. Am Ende der Reise haben sie ihre Erfahrungen im Dank zum Ausdruck gebracht:

"Wenn wir unsere Gedanken nach dieser Woche zusammenfassen müssten, dann würde ein Wort genügen: Danke!
Danke für die Menschen, die ich kennenlernen durfte.
Danke für das Auf- und Annehmen, für ein Gefühl von Heimat, für die Gemeinschaft, aber auch für die Möglichkeit des Alleinseins.
Danke für die tiefgehenden Gespräche in der Gruppe.
Danke für eine Gruppe, die mit ihrer Vielfalt so viel bewirkt hat.
Danke für das Gefühl, mit Gleichgesinnten in tiefer Verbundenheit zurück zu kommen.
Danke den Kleinen Schwestern, Charles de Foucauld und den offenen Herzen, die Sprachbarrieren, Altersgrenzen und unterschiedliche Religionszugehörigkeiten überwunden haben.
Danke für die von Gott begleiteten Erfahrungen in einer lebendigen Gemeinschaft, die zu einer kleinen "Familie" wurde.
Danke den großen Kleinen Schwestern und der Gruppe, den Erfahrungen in St. Denis und in Paris, die neue Sichtweisen eröffnet haben.
Danke für die neuen Gedanken. Danke für die einfachen Worte, die so viel Mut und Kraft geschenkt haben.
Danke für dieses Geschenk.
Danke Gott!"

Anja/Jörg