Im Blick auf Jesus Christus,
den "so sehr geliebten Herrn und Bruder"

Kapelle in Salapoumbe/Kamerun

"Beten bedeutet für mich, in jedem Moment ganz gegenwärtig zu sein für IHN, der gegenwärtig ist, der lebendig ist und unter uns wirkt. Das bedeutet auch, vor ihm da zu sein mit all jenen, mit denen ich zu tun habe, mit denen ich mein Leben teile: mögen auch sie gehalten, erfüllt sein von Seiner Liebe."


Wir erfahren uns eingeladen zu einer freundschaftlichen Beziehung zu Jesus Christus, zum vertrauten Umgang mit ihm, der für uns in der Menschwerdung sowie im Geheimnis von Tod und Auferstehung Weg zu Gott ist. Die Betrachtung des Wortes Gottes, die eucharistische Feier und Anbetung, der schwesterliche Austausch im Glauben, regelmäßige Wüstenzeiten und Einkehrtage sowie die Stille helfen uns, in dieser innigen Beziehung zu Jesus Christus zu wachsen. Der Raum, den wir in unseren Wohnungen als Kapelle eingerichtet haben, ist dafür ein Zeichen: Alltag und Gebet durchdringen sich gegenseitig. So reift in uns langsam ein kontemplativer Blick auf die Welt, die Gott liebt und in der wir leben.


Gemeinsames Gebet in der Kapelle Die Kleinen Schwestern bewohnen eine Mietwohnung in einer Vorstadt: "Trotz aller Diskretion erkennt man sie an ihrem Gebetsleben. Die Wände sind dünn hier. Also hören die Nachbarn, wie sie Laudes, das Mittagsgebet, die Vesper und die Komplet singen. 'Das beruhigt uns', sagen sie. Während der Gebetszeiten werden die Schwestern oft von der Technomusik von einem Stockwerk höher übertönt. 'Wir tauschen unsere Musik aus', sagt eine kleine Schwester lächelnd. Ein Austausch der anderen Art. Auch in ihrer Fraternität tauschen sie sich untereinander aus. Aber die letzten Worte, die in die Nacht dringen, sind jene von Charles de Foucauld: Mein Vater, ich überlasse mich dir."