Eine Woche in Taizé - auf den Spuren von Charles de Foucauld

Wir waren knapp hundert junge Erwachsene aus 22 Ländern, um uns Ende August auf diese besondere Woche in Taizé einzulassen: junge Ordensleute aus aller Welt, die zur geistlichen Familie von Charles de Foucauld gehören, Laien die sich der Spiritualität verbunden wissen, aber auch andere junge Christen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund, die Charles de Foucauld besser kennenlernen wollten.

Gruppenbild Taizé


Einige von uns haben sich schon ein paar Tage vorher auf den Weg gemacht, um zu Fuß nach Taizé zu pilgern – so konnten wir ganz konkret erleben, was es bedeutet, gemeinsam unterwegs zu sein, als Suchende, als Menschen unterwegs, auf den Spuren Jesu. Es war eine dichte Zeit, die uns schon vor der Ankunft in Taizé als Gruppe zusammengeschweißt hat.

Wir haben dann sehr reiche und dichte Tage verbringen können : im Austausch und Erzählen, in einem sehr herzlichen und zugleich schlichten Miteinander – und zwar nicht nur in unserer Gruppe sondern auch mit den anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Taizé (rund 2000 in dieser Augustwoche!). Wir haben an den Gebetszeiten mit den Brüdern teilgenommen, an den Bibeleinführungen (die das Jahresthema „Barmherzigkeit“ aufgegriffen haben), am persönlichen Austausch in den Kleingruppen und natürlich auch an den verschiedenen Diensten (und welch dichte Gespräche waren manchmal möglich, während wir z.B. die Essensausgabe vorbereiteten oder beim Abwasch!).


Nachmittags hatten wir dann jeweils ein eigenes Programm zu Charles de Foucauld. Das war Einladung, seinem Leben und seiner Botschaft neu auf die Spur zu kommen, durch Videos, Impulse, Austausch, Spiele. Wie ein roter Faden begleitete uns die Frage, wie wir heute in unserer Welt das Evangelium bezeugen können. Wir tauschten uns über unsere ganz verschiedenen Erfahrungen aus, bei denen natürlich auch unsere jeweiligen Herkunftsländer hineinspielten. Wie unterschiedlich ist doch der Kontext, je nachdem ob wir nun von Deutschland, Frankreich, Italien, Syrien, Ruanda, Peru, Honduras oder Vietnam sprechen… Und zugleich kamen einige Grunderfahrungen immer wieder zur Sprache: Aufmerksamkeit, Zuhören, Teilen, Freundschaft, Absichtslosigkeit… Stille, Gebet… Auch unsere verschiedenen Engagements kamen zur Sprache, in den wir etwas von unserem Glauben bezeugen. So sind eine ganz Reihe von uns mit Flüchtlingen und mit Menschen mit Migrationshintergrund engagiert; und das Erzählen von Adib, einem jungen Syrer, der aus Homs geflohen war und nun in Frankreich lebt, hat uns alle sehr berührt.
Die Brüder von Taizé haben uns für diese etwas besondere Woche sehr herzlich aufgenommen. Und viele von uns haben entdecken können, wie enge Verbindungen es zwischen den ersten Taizé-Brüdern und den kleinen Brüdern und Schwestern von Charles de Foucauld gab – eine Verbundenheit, die in dieser gemeinsamen Woche wieder neu aufleben durfte. Dankbar sind wir auch für den Austausch mit Fr. Alois, dem Prior der Gemeinschaft, der sich an einem Nachmittag Zeit genommen hat für unsere Gruppe.



Eine weitere bereichernde Erfahrung war es, uns innerhalb der ganz unterschiedlichen Gruppen der geistlichen Familie Charles de Foucauld besser kennenzulernen – dazu haben wir meist ja wenig Gelegenheit, insbesondere unter den jüngeren Mitgliedern der Gemeinschaften, die wir oft in ganz unterschiedlichen Ländern leben.

Die Woche ist wie im Flug vergangen, und so war es schon bald Zeit, wieder aufzubrechen – dankbar für das, was wir gemeinsam erleben durften und zugleich traurig über die Trennung. Und doch war es auch gut, wieder in den Alltag aufzubrechen: das ist ja schließlich der Ort, wo wir eingeladen sind, das Evangelium zu leben und zu bezeugen!

 

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