Zeugin des Lebens sein...
Regionaltreffen der Kleinen Schwestern in Afrika und Madagaskar

Kleine Schwester Jacqueline Mailler berichtet über ein Treffen von fünfzehn Kleinen Schwestern aus Afrika und Madagaskar im Juli 2010: Nach drei Jahren, die wir uns kaum oder gar nicht gesehen hatten, war die Wiedersehensfreude bei unserem Treffen in Madagaskar groß. Aus dem Kongo, aus Kamerun und aus Antananarivo, der Hauptstadt des Landes, waren wir nach Antsirabe gekommen, wo wir uns vom 5. bis 11.Juli im Foyer de Charité trafen. Wir waren insgesamt 15 Schwestern aus fünf unterschiedlichen Nationalitäten. Unter uns waren fünf junge Schwestern, die noch keine ewigen Gelübde abgelegt haben.
Die Kleinen Schwestern beim Regionaltreffen

Auf unserem Weg durch diese Tage haben uns Carla, die Generalverantwortliche, Roswitha aus dem Generalrat sowie Pia Barberis begleitet. Pia ist keine Kleine Schwester, sondern eine Christin aus Italien, die verschiedene spirituelle Impulse für uns vorbereitet hatte.

Zu Beginn des Treffens berichtete jede Gemeinschaft mit Bildern und Symbolen aus ihrem Leben. Es war eine Freude, zu hören, wie die einzelnen Fraternitäten versuchen, mit den Armen das Evangelium zu entdecken und zu leben. So tauschten wir uns darüber aus, wie wir die Sorgen und Ängste der Menschen in den Ländern, in denen wir leben, teilen. In Madagaskar ist dies zum Beispiel die Armut, die aufgrund der politischen Situation immer größer wird.

Aber wir erfuhren auch von vielen Hoffnungszeichen wie z.B. von der Wiedereröffnung von Vorschulzentren und der Eröffnung eines Internats für Jungen aus den Pygmäenstämmen, die in Salampumbe in Kamerun die Grundschule besuchen.

Vorschulzentrum in Madagaskar
vorbereitung auf die Grundschule in Salapoumbe (Kamerun)

Besonders spannend war, zu erfahren, wie sich das Projekt im Kongo entwickelt, das die Fraternität vor zwei Jahren ins Leben gerufen hatte. Viele junge Erwachsene kommen dorthin; wir hören ihnen zu, begleiten sie, geben ihnen Ratschläge, und die meisten gehen dann ihren Weg woanders weiter … Eine anspruchsvolle Aufgabe, die wir gerne weiterführen möchten, nicht zuletzt, weil sie auch ein Hoffnungszeichen ist. So werden künftig drei Schwestern die dortige Fraternität bilden.


Ein weiteres Thema war auch die Gegenwart und die Zukunft unserer Gemeinschaft. Das gegenwärtige Leben unserer Fraternitäten in Afrika und Madagaskar ist sicher von viel Armut und Bedürftigkeit und von wenig Kraft geprägt.
Wir freuen uns, dass es einige jüngere Schwestern unter uns gibt, aber wir müssen auch der Tatsache ins Auge blicken, dass viele Schwestern älter werden. So werden wir sicher in den kommenden Jahren schwere Entscheidungen treffen müssen.
Austausch unter den jungen Schwestern

Mit einem realistischen Blick, aber auch mit viel Vertrauen sind wir diese Fragen angegangen. Dabei waren wir uns sicher, dass jede von uns sich immer wieder neu für das Leben entscheiden würde.