Auf den Spuren von Charles de Foucauld

1858 wird Charles de Foucauld in Strassburg geboren. Als Jugendlicher entfernt er sich immer mehr vom christlichen Glauben und lebt, "wie man nur leben kann, wenn der letzte Funke des Glaubens erloschen ist."

  "Mich hat die Begegnung mit dem Lebensweg von Charles de Foucauld sehr beeindruckt. Diese Biographie zeigt mir, dass Gott da ist und wirkt und Menschen beruft, auch wenn sie ganz andere Wege gegangen sind. Umkehr und Neuanfang ist immer möglich. "

Er schlägt die Militärlaufbahn ein und wird nach Algerien versetzt.

In dieser Zeit und während einer späteren Forschungsreise in Marokko erwacht die Frage nach Gott neu in ihm und lässt ihn nicht mehr los. Eine lange Suche nach Sinn mündet in ein eigentümliches Gebet:

"Mein Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen."

 

"Beeindruckt,
von dem Feuer eines
der für sich nach Nähe Christi rang
und drängte
der suchte
einen Weg fand
und der den Ruf vernahm
und folgten wollte
doch vertrauen lernt
dass Gott ihn weise lenkt

Da frag ich: Wass will ich von dem Leben? Wer bin ich? "


Durch seine Cousine, Marie de Bondy, wird er in Paris mit Abbé Huvelin bekannt gemacht. Im Oktober 1886 sucht er ihn in der Kirche St. Augustin auf.
Dieser Augenblick wird für Charles der entscheidende Wendepunkt seines Lebens.

"Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, wurde mir klar, dass ich nichts anderes tun konnte, als für ihn allein zu leben."

  "Ich schaue auf das Leben von Charles de Foucuald: So viel Auf und Ab, Hin und Her, denke ich mir. Nicht nur bis zu seinem befreienden Versöhnungsgespräch mit Gott, zu dem ihm Abbé Huvelin 'verhilft'.
Ich spüre, dass in der Erfahrung, dass so vieles Nichts ist, und in Nichts sich alles schenken kann, dass in diesem ganz einfach und schlicht werden, in den Versuchen, Jesus nachzuahmen eine ungeheure Sprengkraft steckt."

Sein Weg führt ihn zu den Trappisten und dann nach Nazareth, bevor er sich schließlich in der Sahara ansiedelt mit der Sehnsucht, den Menschen dort Zeuge für das Evangelium zu werden. So teilt er sein Leben in äußerster Armut mit den Nomadenstämmen der Touareg.

Charles de Foucauld bei den Touareg
 
"Da lebte einer unter den Tuareg. Er erzählte nichts von Jesus. Aber versuchte zu leben wie er. Den Ärmsten der Armen, den Elenden wurde er zum schlichten Zeichen der liebenden Zuwendung, der göttlichen Menschlichkeit Jesu.
Dieser 'Versuch' von Br. Charles, der geht mir nach, treibt mich um, stellt mich und so manches um mich herum in Frage: Erst leben, dann reden. Und wenn reden, dann ein Reden, das durch das Zeugnis des Lebens qualifiziert ist. Das Zeugnis ohne Worte hat Vorrang vor dem Zeugnis mit Worten."


Er, der "Bruder aller Menschen" sein wollte, wird 1916 in den Wirren des ersten Weltkrieges in der Sahara erschossen.

Die Entstehung der von ihm ersehnten geistlichen Gemeinschaften durfte er nicht mehr erleben.
Charles de Foucauld (gemalt von Kl. Sr. Consuelo)
 


"An der Spiritualität Charles de Foucaulds hat mich das Dasein für und mit dem Nächsten sehr angesprochen. Auf die Frage, wer der Nächste ist, wird jeder eine andere Antwort finden. Dennoch ist jeder auf dem richtigen Weg, der sein Leben danach ausrichtet."

"Gott braucht Menschen, die sich für seine frohe Botschaft einsetzen und Menschen eine neue Chance geben."



Charles de Foucauld wurde am 13. November 2005 in Rom seliggesprochen.

Am 1. Dezember 2016 jährt sich zum hundertsten Mal der Todestag von Charles de Foucauld, der am 1. Dezember 1916 in den Wirren des ersten Weltkrieges in der Sahara erschossen worden war. Aus diesem Anlass findet vom 15. November 2015 (dem 10. Jahrestag seiner Seligsprechung) bis zum 1. Dezember 2016 ein Jubiläumsjahr statt, mit vielfältigen Veranstaltungen im Geiste von Charles de Foucauld. (Nähere Informationen)

Ein Team aus den Gemeinschaften Charles de Foucauld hat anläßlich des Jubiläumsjahres Exerzitien im Alltag erarbeitet: „Sehnsuchtswege - an SEINER Hand. Betend unterwegs mit Charles de Foucauld."
Es wird ein Weg über fünf Wochen vorgeschlagen. Für jede Woche gibt es kleines Heft (Postkartenformat), das leicht in den Alltag mitgenommen werden kann. (Nähere Informationen)



Atem holen
(Meditative Bilder mit Texten und Gebeten von Charles de Foucauld)


Der Eremit

alle Wege führen
in die Wüste
dort verweht der Wind
das Äußere
nackt stehst du vor dir selber
fröstelnd
in der zugigen Hütte
deines Herzens

bewohne deine innere Einöde
werde heimisch in allen Verwerfungen
deiner Seelenlandschaft
bleibe bei dir
über die Angstschwelle hinaus
lasse dich nieder
unter des Gebetes Obdach

jetzt bist du nur noch du
finde das Wort für deinen Hunger wieder
der dich menschlich macht
folge aus dem Allerlei
dem Weg ins Eine

nicht mehr fremdbewohnt
sondern zu dir selbst bekehrt
heimgefunden ins Daheimnis

und wenn du wieder auswanderst
in des lauten Lebens Lärm
bleibe innen eingesiedelt
in IHM

Kl. Br. Andreas Knapp