Auf der Suche nach Gott...
Erfahrungen im Erwachsenenkatechumenat

Mitte Oktober wurden in der Seelsorgeeinheit Pierrefitte-Stains, in den nördlichen Vorstädten von Paris, 42 Menschen gefirmt – zehn von ihnen waren Erwachsene, im Alter zwischen 23 und 63 Jahren. Es gibt ja keine Altersgrenze, um in der katholischen Kirche die Initiationssakramente zu empfangen: Taufe, Firmung und Eucharistie.

Firmung 2017


Kl. Sr. Catherine, die der Gemeinschaft in Pierrefitte angehört, ist seit 8 Jahren im Erwachsenenkatechumenat engagiert und begleitet Erwachsene auf ihrem Weg, Christ zu werden. Es geht um eine Hinführung zum christlichen Glauben, der von verschiedenen katechetischen Treffen aber auch von gottesdienstlichen Feiern geprägt ist.

Was bewegt die Menschen, im Erwachsenenalter getauft oder gefirmt zu werden oder die Erstkommunion zu empfangen?
Sr. Catherine: Das ist ganz unterschiedlich. Manche wurden als Kinder getauft oder haben ihre Erstkommunion gefeiert, haben dann aber nicht weitergemacht, um auch die Firmung zu empfangen – weil ihr Leben zu kompliziert war oder sie aus ihrem Heimatland auswandern mussten. Andere werden angerührt durch ein bestimmtes Ereignis in ihrem Leben: einen Trauerfall oder auch eine Heilung. Andere wagen den Schritt, weil ihre Kinder an der Vorbereitung auf die Sakramente teilnehmen und sie selbst, Mutter oder Vater, die einzigen in der Familie sind, die die Sakramente nicht empfangen haben. Und dann gibt es auch jene, die eine tiefe innere Erfahrung machen, die sie antreibt, sich auf den Weg zu Gott zu machen.

Wie verläuft die Vorbereitung?
Sr. Catherine: Die Erwachsenen, die sich auf die Taufe vorbereiten, haben eine zweijährige Vorbereitungszeit; für die Firmung ist es ein Jahr. Das bedeutet, dass wir manche drei Jahre lang begleiten! Wir treffen uns einmal im Monat, jedes Mal zu einem bestimmten Thema. Zunächst gibt es eine Einführung ins Thema, wo alle zusammen sind. Danach teilen wir uns in kleine Gruppen auf, jeweils getrennt für Tauf- oder Firmvorbereitung. In jeder Kleingruppe sind etwa zehn Leute. Ich würde mir wünschen, dass es auch eine persönliche Begleitung jedes einzelnen gibt, aber im Moment schaffen wir das noch nicht, die Leute finden nicht die Zeit dazu.



Was ist dir persönlich bei der Begleitung der Katechumenen wichtig?
Sr. Catherine: Dass die Menschen, soweit möglich, wahrhaft Jesus Christus begegnen können und die Erfahrung machen: er ist ganz nahe, er ist bei uns, um uns zu retten, er begleitet uns in unserem Leben (und wie viele Menschen haben kein einfaches Leben!). Der Austausch in den Kleingruppen ist mir dabei sehr wichtig – das ermöglicht den Menschen, sich einzubringen, zu erzählen, was sie umtreibt, Beziehungen aufzubauen und zu entdecken, wie ihr Glaube auch ihr Leben prägt. Das ist etwas ganz anderes, als einem Vortrag zuzuhören.

Inwiefern lebst du in dieser Tätigkeit deine Berufung als Kleine Schwester?
Sr. Catherine: Ich bin da genau am rechten Platz: in der Verkündigung der frohen Botschaft Jesu Christi, im Teilen unseres christlichen Glauben, dem es um den ganzen Menschen geht und der einlädt, zu wachsen. Und das erfüllt mich wirklich mit Freude: wenn ich sehe, wie Menschen Gott entdecken, mit ihm auf dem Weg sind. Für manche verändert das viel in ihrem Leben; es bekommt durch diesen Weg noch mal eine ganz neue Dimension, sie entdecken einen Sinn für ihr Leben.